Versicherungsschutz bei Wildunfall – Was ist zu beachten?

Im Herbst steigt die Gefahr eines Wildunfalls rapide an. Aber auch im Frühjahr und Sommer muss in der Dämmerung mit verstärktem Wildwechsel auf Straßen, die an Wäldern oder Feldern vorbeiführen, gerechnet werden. Wildtiere sind in der Morgen- und Abenddämmerung am aktivsten und dadurch häufig unterwegs. Auch während der Paarungszeit (September bis Januar) haben Wildtiere einen großen Bewegungsradius.

Wie verhält man sich richtig, um einen Zusammenstoß mit Wild zu vermeiden?

So mancher Wildunfall lässt sich durch eine vorausschauende und umsichtige Fahrweise vermeiden. Seien Sie stets bremsbereit und behalten Sie die Straßenränder im Auge, denn oft taucht Wild in einer Entfernung von unter 20 Metern oder direkt vor dem Auto auf. Sehr oft sind es nicht nur einzelne Tiere, die die Straßen queren wollen, sondern ein ganzes Rudel folgt dem ersten Tier.

Fahren Sie mit angepasster Geschwindigkeit, denn wer zu schnell unterwegs ist, hat oft keine Chance, rechtzeitig abzubremsen.

Taucht an der Straße Wild auf, schalten Sie sofort Ihr Fernlicht aus. Wildtiere, die geblendet werden, bleiben in der Regel stehen oder laufen sogar der Lichtquelle entgegen. Versuchen Sie durch Hupen die Tiere zu vertreiben.

Ist eine Kollision unvermeidbar, fahren Sie keine riskanten Ausweichmanöver. Leiten Sie eine Vollbremsung ein und halten Sie Ihr Lenkrad mit beiden Händen fest. Ein kontrollierter Aufprall ist besser als ein unkontrolliertes Ausweichen, bei dem das Fahrzeug unbeherrschbar ausbricht. So vermeiden Sie zumindest den Zusammenstoß mit anderen Verkehrsteilnehmern oder Bäumen.

Und wenn doch etwas passiert?

Sind Sie mit einem Wildtier kollidiert, schalten Sie als Erstes die Warnblinkanlage Ihres Fahrzeuges ein, ziehen Ihre Warnweste an und sichern die Unfallstelle mit dem Warndreieck ab.

Sollten Personen zu Schaden gekommen sein, leisten Sie Erste Hilfe.

Verständigen Sie auf jeden Fall die Polizei und melden den Zusammenstoß mit einem Wildtier. Die Polizei wird mit dem zuständigen Jagdpächter Kontakt aufnehmen.

Fassen Sie verletzte oder getötete Tiere nicht an. Suchen Sie auch keinesfalls nach verletzten Tieren, die sich von der Unfallstelle entfernt haben oder weggeschleudert wurden. Der zuständige Förster/Jagdpächter kümmert sich um das getroffene Tier.

Die Polizei stellt Ihnen eine Wildunfallbescheinigung aus, die Sie Ihrer Versicherung als Nachweis einreichen. Weiterhin sind Fotos vom Unfallort, vom Tier und dem Fahrzeug hilfreich, die Regulierung durch den Versicherer zu beschleunigen.

Wer kommt für den Schaden bei einer Kollision auf?

Wildunfallschäden werden von Ihrer Kfz-Teilkaskoversicherung reguliert.

Folgende Ansprüche können Sie geltend machen:

  • Reparaturkosten, bis zum Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges
  • Im Totalschadenfall den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges unter Abzug des Restwertes des beschädigten Fahrzeuges
  • Abschleppkosten von der Unfallstelle bis zur nächstgelegenen Werkstatt
  • oft Ab- und Anmeldekosten im Totalschadenfall
  • Gebühr für die Ausstellung der Wildunfallbescheinigung

Ist in Teilkaskoversicherung eine Selbstbeteiligung vereinbart, wird diese bei der Abrechnung berücksichtigt. Eine Rückstufung des Schadenfreiheitsrabattes erfolgt nicht.

Was passiert, wenn bei einem Ausweichmanöver ein Schaden entsteht?

Oft kommt es nicht zum Zusammenstoß mit dem Wild. Der Fahrzeugführer verreißt vor Schreck das Lenkrad oder weicht bewusst aus, um größeren Schaden zu vermeiden. Nicht selten wird das Fahrzeug bei diesen Manövern beschädigt.

Die Teilkaskoversicherung tritt unter bestimmten Voraussetzungen auch für diese Schäden ein, bei denen kein direkter Kontakt mit dem Wildtier stattfand. Kann der Fahrzeugführer glaubhaft durch Zeugen wie z.B. Beifahrer und weiteren Fahrzeuginsassen beweisen, dass er dem Wildtier ausgewichen ist, kommt die Teilkaskoversicherung für den Schaden auf. Gemäß der aktuellen Rechtsprechung gilt der Tierausweichschaden nur, wenn der Zusammenstoß mit Wildschwein, Reh oder Hirsch vermieden wurde.

Wer für kleinere Wildtiere (Hase & Co.) ausweicht und keine Zeugen für einen Ausweichschaden mit Großwild hat, kann den Schaden am Fahrzeug nur über die Kfz-Vollkaskoversicherung, dann aber ggfs. mit höherer Selbstbeteiligung und Rückstufung des Schadenfreiheitsrabattes, abrechnen.

Haben Sie weitere Fragen? Die SÜDVERS Kfz-Fachbetreuer/innen stehen Ihnen gern beratend zur Seite! Kontaktieren Sie uns telefonisch oder per E-Mail.