Neue ganzheitliche Kosten- und Risikobetrachtung: Lieferantenanalyse zur Sicherung der Geschäftstätigkeit

Die Corona-Krise verschärft sich erneut. Die Infektionszahlen steigen europaweit – vielerorts explodiert die Zahl der Neuinfektionen und die getroffenen Gegenmaßnahmen. Offenbar muss sich die Europäische Union auf eine stürmische Zeit einstellen. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager warnte die EU-Regierungen bereits vor einer erneuten Unterbrechung der Lieferketten im EU-Binnenmarkt. Die Fehler der ersten Welle dürften nicht wiederholt werden, mahnte sie Anfang Oktober beim „Tag der Industrie“ des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin.

Die Notwendigkeit widerstandsfähiger Liefer- und Wertschöpfungsketten

Der erste Lockdown hat deutlich gemacht, wie fragil die globalen Lieferketten sind – und dies nicht nur bei der vielzitierten Automobil- und Zulieferindustrie, der Textilbranche, dem Maschinenbau und medizinischen Produkten. Durch die zunehmende Vernetzung werden die Wertschöpfungsketten nahezu sämtlicher Wirtschaftszweige länger, die Abhängigkeiten größer, und das System verwundbarer. Auch in Deutschland wurde vielen Firmen schmerzlich vor Augen geführt, wie abhängig die eigene Produktion von einzelnen Lieferanten ist; selbst wenn diese weit unten in der Lieferkette angesiedelt sind. Werden am anderen Ende der Welt Häfen geschlossen oder Grenzen dicht gemacht, kann sich dies direkt auf die hiesige Geschäftstätigkeit auswirken. Auch das ist Globalisierung.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sprach sich deshalb jüngst für „widerstandsfähigere Lieferketten, den Aufbau von EU-Wertschöpfungsketten und mehr Rechtssicherheit im internationalen Handel“ aus. Man glaube an den freien Handel, doch um die EU widerstandsfähiger zu machen – und beispielsweise vor erneuten Engpässen bei Medikamenten zu schützen, müsse der Binnenmarkt gestärkt werden. Die Rahmenbedingungen dafür will die Politik schaffen, doch Altmaier betont: „Die konkrete Gestaltung der Lieferketten ist selbstverständlich jeweils eine unternehmerische Entscheidung”.

Risiken analysieren – auch bei Lieferanten

Pandemien wie Corona werden laut Experten wahrscheinlicher. Die daraus resultierenden Negativeffekte müssen von den Unternehmen daher zukünftig mitgedacht werden. Und die Liste möglicher Ursachen für eine Störung des Betriebsablaufs ist lang: klimatische Katastrophen, politische Eskalationen, wirtschaftliche Krisen, terroristische Akte u.a. Die Unternehmen sind mehr denn je in der Pflicht, vielfältige Risiken einzukalkulieren und Verantwortung zu übernehmen – allerdings nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Lieferanten.

Damit wächst die Bedeutung an verlässlichen und aktuellen Daten über das Ausfallrisiko innerhalb bestehender Lieferketten. Nicht immer sind Informationen über Lieferanten, Unterlieferanten, Lieferwege usw. leicht zugänglich. Um die relevanten Antworten zu erhalten, müssen zudem zuvor die richtigen Fragen gestellt werden. Umfangreiche Hilfestellung für Unternehmen jeder Branche bietet der Versicherungs- und Risikomanagement in der Krise Workshop von SÜDVERS. In Zusammenarbeit mit der Future Value Group führt der renommierte Finanzdienstleister eine ganzheitliche Risikoanalyse durch, die auch die Lieferantenseite umfänglich miteinbezieht.

Der Blick zurück, der Blick voraus: Gutes Augenmaß ist entscheidend

Analysiert wird nicht nur der Status Quo – auch der Blick in die jüngere Vergangenheit lässt aufschlussreiche Folgerungen zu: Welche Learnings kann man aus den letzten Monaten und der Corona-Krise ziehen? Welche Lieferketten und Transportwege funktionieren auch unter „Stress“? Von welchen Lieferanten ist man besonders abhängig? Existieren regionale Klumpenrisiken?

Darüber hinaus werden im Workshop weitere mögliche Krisenszenarien identifiziert und in Bezug auf Folgen und Lieferengpässe diskutiert. Gibt es wesentliche Schlüssellieferanten, werden auch für diese potenzielle Krisen durchgespielt – beispielsweise Insolvenzen, Rohstoffmangel oder Umwelteinflüsse.

Anschließend folgt der Blick voraus: Welche alternativen Lieferanten sind denkbar? Ist eine Diversifizierung möglich, die Abhängigkeiten verringert? Welche weiteren Maßnahmen zur Risikominimierung können von den gewonnenen Erkenntnissen abgeleitet werden? Welche Absicherungsmöglichkeiten bestehen, wenn einzelne Lieferungen oder die Lieferanten in Gänze ausfallen? Hinweise auf die Beantwortung dieser Fragen bietet eine Simulation der Zukunftsentwicklung mit dem SÜDVERS „Strategie-Navigator“. Optional werden die Annahmen und Ergebnisse abschließend in einer Entscheidungsvorlage gemäß der Business Judgement Rule (§93 AktG) ausformuliert.

Der Fokus auf die Risiken beim eigenen Unternehmen und den Lieferanten ist nur ein Bestandteil des vierteiligen Workshops Versicherungs- und Risikomanagement in der Krise. Die weiteren Module Versicherungsmanagement, Risikomanagement sowie Kredit-, Kautions- und Forderungsmanagement runden die ganzheitliche Betrachtung ab, um Kosten- und Liquiditätsoptimierungspotentiale aufzuzeigen, und Unternehmen in der Krise zu stärken.