Umfangreiche Risikoanalyse: Bonitätsprüfung und Forderungsabsicherung in Zeiten zunehmender Insolvenzen

Für das Jahr 2020 vermeldet das Statistische Bundesamt einen deutlichen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland um 13,4 Prozent auf 16.300 Fälle (2019: 18.830) – trotz globaler Corona-Pandemie!
Also alles gut? Weit gefehlt!

Viele Unternehmen sind eigentlich längst pleite, bleiben aber durch staatliche Unterstützungs- und Gesetzgebungsmaßnahmen künstlich am Markt. In diesem Zusammenhang spricht man von sogenannten „Zombie-Unternehmen“.

Neben dem Kurzarbeitergeld, staatlichen Krediten, Zuschüssen und Bürgschaften sollen insbesondere neue Gesetze, wie das seit dem 01. März 2020 geltende „Gesetz zur vorübergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und zur Begrenzung der Organhaftung bei einer durch die COVID-19-Pandemie bedingten Insolvenz (COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz – COVInsAG)“ und das zum 01.01.2021 eingeführte Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz – StaRUG) Unternehmen helfen, durch die aktuelle Krise zu kommen. Sobald allerdings die Aussetzung zur Insolvenzantragspflicht am 30.04.2021 endgültig für alle Unternehmen endet und die staatlichen Hilfsmaßnahmen auslaufen, werden die Insolvenzzahlen wieder steigen.

Problematisch ist in diesem Zusammenhang die aktuelle Unsicherheit, wer von den eigenen Kunden und Lieferanten die Krise überlebt und wer nicht. Was also tun?

Zum Schutz des Unternehmens: Bonitätsüberwachung & Forderungsabsicherung

Es empfiehlt sich, die Bonität von allen systemrelevanten Kunden und Lieferanten zu prüfen und fortlaufend zu überwachen, um Bonitätsverschlechterungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend agieren zu können. Allerdings kann selbst mit den besten Kreditrisikomanagement-Vorsorgemaßnahmen niemand alle Kundeninsolvenzen vorhersehen. Aus diesem Grund hilft zur Absicherung existenzieller und bilanzbedrohender Forderungsausfälle nur eine Warenkreditversicherung.

Sollte zusätzlicher Liquiditätsbedarf bestehen, ist darüber hinaus der Forderungsverkauf (Factoring) eine gute Working Capital Maßnahme, denn wie in jeder Krise gilt auch jetzt: „Cash is King!“

Mit zunehmenden Insolvenzen werden auch die Insolvenzanfechtungsfälle gemäß § 133 Insolvenzordnung (InsO) wieder zunehmen. Der § 2 Abs. 1 Nr. 4  COVInsAG, der Gläubiger von Schuldnern, die unter das COVInsAG fallen,  aktuell noch bis zum 30.04.2021 grundsätzlich vom Insolvenzanfechtungsrisiko befreit, birgt in diesem Zusammenhang Risiken, die erst die zukünftige Rechtsprechung offenlegen wird.
Gerade bei primär deutschen Kunden ist daher eine ergänzende Absicherung der Insolvenzanfechtungsrisiken sinnvoll.

Eine weiteres in der Corona-Krise stark gestiegenes Risiko ist der sogenannte „Bestellerbetrug“ oder „Fake Identity/Customer Fraud“, welcher immense finanzielle Schäden bei Unternehmen verursacht. Beim „Bestellerbetrug“ gibt sich der Besteller anhand gestohlener Unternehmensdaten als vermeintlich bekannter Kunde aus und bestellt Waren im großen Stil, die allerdings nie bezahlt werden. Ein entsprechender Schutz über eine Vertrauensschadenversicherung ist ratsam, da diese Betrugsfälle nicht über eine Warenkreditversicherung versicherbar sind.

Diese und weitere aktuelle Themen sind Inhalt des Workshops Versicherungs- und Risikomanagement in der Krise von SÜDVERS. Gemeinsam mit einem Expertenteam langjähriger Partner prüft SÜDVERS als renommierter Finanzdienstleister den Status Quo und gibt Empfehlungen für eine umfassende Unternehmensabsicherung. Ziel ist, auf Grundlage einer ganzheitlichen Betrachtung die beste Lösung in puncto Sicherheit und Kosten zu finden und umzusetzen.