Schadenregulierung nicht gefährden:

Warum die Beachtung von Obliegenheiten so wichtig ist

Versicherungsverträge sollen umfassenden Schutz im Schadenfall gewährleisten. Aber von der Schadenmeldung bis zur Regulierung des Schadens durch den Versicherer sind einige Hürden zu nehmen. Denn neben der Verpflichtung zur Prämienzahlung treffen den Versicherungsnehmer als Nebenpflicht sogenannten Obliegenheiten, die ein bestimmtes Handeln vor und nach dem Schaden vorsehen. Diese Obliegenheiten sind gesetzlich verankert und können zusätzlich im Versicherungsvertrag vereinbart sein. Bei einer Obliegenheitsverletzung kann der Versicherer unter bestimmten Voraussetzungen den Vertrag kündigen und im Schadenfall die Leistung kürzen. Die Beachtung dieser Obliegenheiten ist daher von großer Bedeutung.

Bei einem größeren Schaden kann eine nachweisbare Obliegenheitsverletzung für Unternehmen das Aus bedeuten. Die Versicherer prüfen nämlich genau, ob alle Obliegenheiten erfüllt wurden. Auch ermitteln sie, ob der Schaden bei Erfüllung der Obliegenheiten vermeidbar oder ob der Schadenumfang reduzierbar gewesen wäre. Die Betroffenen sollten deshalb auf gezielte Nachfragen und Prüfungen vorbereitet sein.

Sicherheitsvorschriften zur Schadensvermeidung und -minderung

Schäden entstehen nicht „einfach so“, sondern als Folge einer Abweichung zum Normalzustand oder Normalbetrieb. Die Ursachen können dabei technisch bedingt sein, aber der „Faktor Mensch“ spielt bei Schäden häufig eine entscheidende Rolle.

In der Sachversicherung sind deshalb insbesondere Obliegenheiten zur Vermeidung von Schäden oder zur Schadenminderung wichtig, die sogenannten Sicherheitsvorschriften. Hiervon gibt es eine Vielzahl, die zudem in unterschiedlichen Gesetzen, Vorschriften oder Verordnungen verankert sind. Grundlage für diese Sicherheitsvorschriften ist immer der unscheinbare Satz in den Versicherungsverträgen: „Der Versicherungsnehmer hat alle gesetzlichen und behördlichen Vorschriften zu beachten“. Darüber hinaus gelten die individuellen vertraglichen Vereinbarungen.

Um Schäden zu vermeiden oder, wenn einmal etwas passiert, die volle Entschädigung zu erhalten, sind 3 Dinge wichtig:

  • Erstens das Wissen um die wesentlichen Schutzmaßnahmen und Vorschriften.
  • Zweitens die sinn- und verantwortungsvolle Organisation des Unternehmens mit Verteilung von klaren Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
  • Dazu gehört selbstverständlich – drittens –  die Schulung von Mitarbeitern, Kontrolle und Dokumentation der jeweiligen Maßnahmen als Abrundung dazu.

Aufgrund der langjährigen Erfahrung mit betrieblichen Risiken kann SÜDVERS Unternehmen bei der Bewältigung dieser Aufgaben fachlich unterstützen. So gibt es beispielsweise Merkblätter, in denen die wesentlichen Obliegenheiten „rund um die Sachversicherung“ verständlich zusammengefasst sind. Ebenfalls steht eine Übersicht über alle wichtigen regelmäßigen Prüffristen zur Verfügung, damit bei den Unternehmen möglichst keine Versäumnisse entstehen. Eine nicht durchgeführte Prüfung der elektrischen Anlagen kann in einem Schadenfall zum Beispiel zu erheblicher Diskussion mit dem Versicherer führen. Das sollten die Unternehmen vermeiden.

Und wenn doch einmal ein Schaden entstanden ist, unterstützt SÜDVERS mit seinen Experten bei der – hoffentlich problemfreien – Regulierung durch den Versicherer. Dabei sollte man nicht überrascht sein, dass Versicherer manchmal unbequeme Fragen stellen. Wenn man die Hinweise aus den Merkblättern jedoch umsetzt, können Unternehmen diese Fragen meistens mit Gelassenheit ertragen.

Ein Hinweis ist hierbei wichtig: Versicherer und Sachverständige können gut hören, aber sind noch besser im Lesen. Das bedeutet: Ein schriftlicher Nachweis, ein Protokoll oder Ähnliches hilft mehr als eine mündliche Aussage.