Prozessfinanzierung – kostenneutrale Möglichkeit auf Schadenersatz

Mit ihrem Investment in Wirecard-Aktien verloren mehrere Tausend deutsche Anleger innerhalb kürzester Zeit ihr Geld. Die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen ist mit Anwalts- und Gerichtskosten verbunden und da das Verfahren nach heutiger Einschätzung sehr lange dauern wird, werden diesbezüglich hohe Kosten verschlungen werden. Anleger, die über eine private Rechtsschutzversicherung verfügen, hoffen darauf, dass ihr jeweiliger Rechtsschutzversicherer eine Deckungszusage für die Durchsetzung ihrer rechtlichen Interessen zusagt und damit die anfallenden Kosten für die Schadenersatzklage im Wirecard-Fall übernimmt.

Jedoch lehnen die meisten am Markt vorhandenen Versicherer die von den geprellten Anlegern ersehnte Deckungszusage ab. Seit der in 2008 eingetretenen Finanzkrise und der Aktionärsklage gegen die Deutsche Telekom, die enorme Kosten verursachte, passten die Versicherer ihre Rechtsschutzbedingungen an, um rechtliche Streitigkeiten in ursächlichem Zusammenhang mit Kapitalanlagen auszuschließen.

Verständlich, dass viele Anleger, die keine Rechtsschutzversicherung haben oder deren Rechtsschutzversicherung die Deckung ablehnt, nicht weiteres Geld verlieren wollen, indem sie auf eigene Faust klagen. Für diejenigen geschädigten Wirecard-Aktionäre besteht jedoch die Möglichkeit, ihre Ansprüche in Form einer Prozessfinanzierung durchzusetzen.

Im Hintergrund einer Prozessfinanzierung steht ein wirtschaftliches Unternehmen, das Prozessfinanzierung als gewinnorientierte Dienstleistung anbietet. Prozessfinanzierer legen für den Kläger die Kosten eines Rechtsstreites aus. Dazu gehören beispielsweise die Gebühren der Gerichte, die Honorare der Anwälte und eventuell anfallende Kosten für Sachverständige und Gutachten. Bevor die Dienstleister eine Zusage zur Prozessfinanzierung geben, prüfen sie die Erfolgschancen einer Klage sehr ausgiebig, insbesondere, ob ein solventer Gegner gegenübersteht.

Erklärt der Prozessfinanzierer nach erfolgter Vorprüfung, dass die geltend gemachten Ansprüche mit hoher Wahrscheinlichkeit durchsetzbar sind, werden weitere rechtliche wie auch wirtschaftliche Punkte geklärt. Im Folgenden bespricht der Prozessfinanzierer mit dem Geschädigten und dessen Anwalt das weitere Vorgehen zur Streitigkeit. Auf Wunsch erfolgt auch die Benennung und Mandatierung eines Rechtsanwalts seitens des Prozessfinanzierers.

Im etwaigen Erfolgsfall, also nach gewonnenem Prozess, bekommt der Dienstleister seine Kosten vom Prozessgegner erstattet und erhält im Gegenzug einen prozentualen Anteil am Schadenersatz. Den Rest des erstrittenen Betrages erhält der geschädigte Anleger. Die Erfolgsprovision ist je nach Dienstleister und Streitsache unterschiedlich, pendelt jedoch zwischen 20 – 30 %. Wird der Rechtsstreit verloren, so fallen für die Anleger zum einen keine Kosten für Anwälte, Gerichtskosten etc. an, darüber hinaus arbeiten Prozessfinanzierer auf Basis einer erfolgsabhängigen Erlösbeteiligung und hier gilt: kein Erfolg – kein Honorar!

Auch losgelöst von der Wirecard-Thematik gilt:
Mit der Prozessfinanzierung können Geschädigte, die nicht über die notwendigen finanziellen Mittel für eine Klage verfügen oder deren bestehende Rechtsschutzversicherung keine oder nicht ausreichend Deckung bietet, ihre Ansprüche durchsetzen. Die finanziellen Risiken eines Rechtsstreits werden dabei an den Prozessfinanzierer abgeben.

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