Jetzt Liquidität sichern – Bund und Länder bieten Möglichkeiten durch Steuerstundung und Soforthilfen

Die Corona-Krise ist für viele Unternehmen eine existenzielle Bedrohung. Um ihre Liquidität zu sichern, können sie zwei Ansätze verfolgen: Zum einen ist das die Stundung von Steuern und Abgaben. Zum anderen können Fördermittel in Anspruch genommen werden, die schnell und unbürokratisch abzurufen sind. Dies spiegelt sich auch in den Programmen von Bund und Ländern.

Großunternehmen und Freiberufler und Kleinunternehmen im Blick des Bundes

Die Maßnahmen des Bundes und der Bundesländer richten sich an Unternehmen jeder Größenordnung, vom Konzern bis zum Kleinunternehmen und Soloselbständigen. So hat der Bund zusätzlich zu den Sonderprogrammen der KfW einen Wirtschaftsstabilitätsfonds eingerichtet. Dieser umfasst unter anderem einen Garantierahmen von 400 Mrd. € zur Refinanzierung von Unternehmen am Kapitalmarkt sowie 100 Mrd. € für Rekapitalisierungs-Maßnahmen, um die Solvenz der Unternehmen sicherzustellen. Durch die breite Übernahme von Kreditrisiken schafft der Bund die Grundlage für die Kreditvergabe.

Für Großunternehmen beträgt der Garantierahmen des Bundeshaushalts bei KfW-Krediten insgesamt bis 822 Mrd. €. Für kleine Unternehmen und Selbständige gibt es ein insgesamt 50 Mrd. € umfassendes Sofortprogramm mit Einmalzuschüssen von 9.000 € bis zu 15.000 €, das direkte Hilfe bietet.

Wie sieht es für den Mittelstand aus?!

Bei größeren Mittelständischen Unternehmen richten sich die Fördermittel nach der Unternehmensgröße und den jeweiligen wirtschaftlichen Kennzahlen. So kann zum Beispiel ein Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einen KfW-Kredit in Höhe von höchstens 25% des Jahresumsatzes 2019, der doppelten Jahresgehaltssumme 2019 oder dem Liquiditätsbedarf der nächsten 12 Monate aufnehmen – oder aber 50% der aktuellen Gesamtkreditsumme für Kredite über 25 Mio. € . Maximal ist eine Summe von 1 Mrd. € möglich. Voraussetzung: Das Unternehmen muss seit über 5 Jahren wirtschaftlich aktiv sein und darf sich zum 31. Dez. 2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben.

Darüber hinaus haben die einzelnen Bundesländer zusätzliche Förderprogramme aufgelegt. In Hessen können beispielsweise mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern und 50 Mio. € Umsatz über ihre Hausbank Betriebsmittelkredite bis 1 Mio. € aus dem Förderprogramm Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen erhalten. Zusätzlich gibt es Bürgschaften bis 2,5 Mio. € mit einer Bürgschaftsquote von bis zu 80 Prozent über die Bürgschaftsbank Hessen in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen. Dazu zählen auch Express-Bürgschaften für Kredite bis zu 312.500 €. Vergleichbare Programme gibt es in anderen Bundesländern. Bayern plant zusätzlich für bisher gesunde mittelständische Unternehmen mit wirtschaftlicher Schlüsselfunktion einen Bayernfonds. Führt die Corona-Krise bei solchen Unternehmen zu massiven Verlusten und damit zu einem starken Eigenkapitalverbrauch, sollen staatliche Beteiligungen an systemrelevanten Betrieben möglich werden.

„Generell ist für die Beantragung von Förderbeiträgen und sonstigen Zuschüssen die Hausbank der Ansprechpartner. Bei KFW Fördermitteln müssen mittelständische Unternehmen je nach beantragter Förderhöhe allerdings Unterlagen wie Bilanzen, Liquiditätsrechnungen etc. einreichen. Das ist kompliziert und aufwändig, deshalb können jetzt viele eine Unterstützung besonders gut gebrauchen. Ein kompetenter Partner kann helfen, alle relevanten Kredite und Zuschüsse zu identifizieren und zügig zu beantragen. Außerdem raten wir Unternehmen auch, Steuernachlässe und Abgabenstundungen zur Liquiditätssicherung in Betracht zu ziehen“, erklärt Carlo Ries, Geschäftsführer SÜDVERS Kreditversicherungsmakler GmbH.

Das Bundesfinanzministerium und die Landesfinanzministerien bieten Möglichkeiten zur Stundung von Steuerschulden und zur Senkung von Vorauszahlungen bei Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie Gewerbesteuer-Messbetrag. „In der Regel“ soll zudem auf die Erhebung von Stundungszinsen sowie – im gegebenen Fall – auf Vollstreckungsmaßnahmen verzichtet werden. Nicht zuletzt ist auch eine Stundung der Zahlung von Sozialbeiträgen möglich.

Fördermittel, Steuernachlass, Abgabenstundung: Es ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Wir beraten Sie gerne, wenn es um den Erhalt Ihrer Zahlungsfähigkeit durch Bundes- und Landeshilfen geht.