Working Capital & Finanzierung
Ein aktives Working-Capital-Management reduziert operative Kapitalbindung, stärkt die Innenfinanzierung und schafft Spielraum für eine belastbare Finanzierungsstruktur.
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Wie können Unternehmen gebundenes Kapital freisetzen und verbleibenden Bedarf finanzieren?
Die gezielte Steuerung von Forderungen, Beständen und Verbindlichkeiten setzt Liquidität frei und reduziert den Finanzierungsbedarf.
Kapital ist nicht nur in offenen Forderungen gebunden. Auch hohe Vorräte, lange Lagerzeiten und nicht abgestimmte Zahlungsbedingungen erhöhen den operativen Finanzierungsbedarf. Wachstum, volatile Beschaffungskosten und saisonale Spitzen können diesen Effekt zusätzlich verstärken. Ein wirksames Working-Capital-Management betrachtet deshalb Forderungen, Bestände und Lieferantenverbindlichkeiten gemeinsam. Der Cash Conversion Cycle macht sichtbar, wie lange Kapital zwischen der Bezahlung von Lieferanten und dem Eingang von Kundenzahlungen gebunden bleibt. Auf dieser Grundlage lassen sich Innenfinanzierungspotenziale identifizieren und Zielkonflikte bewerten. Erst danach zeigt sich, welcher Bedarf bestehen bleibt und mit welchem Finanzierungsmix er tragfähig gedeckt werden kann.
Typische Herausforderungen für Unternehmen
Kapitalbindung entsteht an verschiedenen Stellen des operativen Geschäfts.
Hohe Kapitalbindung im operativen Geschäft
Lange Forderungs- und Durchlaufzeiten
Steigender Betriebsmittelbedarf bei Wachstum
Saisonale Einkaufs- und Produktionsspitzen
Zielkonflikte zwischen Liquidität und Lieferfähigkeit
Abhängigkeit von einzelnen Finanzierungsquellen
Working-Capital-Management ist eine funktionsübergreifende Aufgabe. Forderungen, Vorräte und Lieferantenverbindlichkeiten werden durch Entscheidungen in Vertrieb, Einkauf, Produktion und Finance beeinflusst.
Wie wir Unternehmen unterstützen
Je nach Ausgangssituation begleiten wir Unternehmen unter anderem bei:
Working-Capital-Analyse
Bilanz- und Kennzahlenbetrachtung
Cash-Conversion-Cycle-Analyse
Identifikation von Innenfinanzierungspotenzial
Zielkonfliktbetrachtung
Finanzierungsstrukturierung
Markt- und Anbietervergleich
Umsetzungsbegleitung
Gut zu wissen: Häufige Fragen & Antworten
Working Capital beschreibt das im operativen Geschäft gebundene Kapital, insbesondere in Forderungen, Lagerbeständen und kurzfristigen Verbindlichkeiten.
Der Cash Conversion Cycle misst die Zeit zwischen der Bezahlung von Lieferanten und dem Eingang der Kundenzahlung. Er ergibt sich aus Forderungslaufzeit plus Bestandsdauer abzüglich der Lieferantenlaufzeit und zeigt die operative Kapitalbindungsdauer.
Mögliche Hebel liegen in kürzeren Forderungslaufzeiten, wirtschaftlich angemessenen Beständen und abgestimmten Lieferantenzielen. Die Maßnahmen müssen jedoch Lieferfähigkeit, Kundenbeziehungen, Einkaufskonditionen und operative Stabilität berücksichtigen.
Nein. Zu niedrige Bestände können die Lieferfähigkeit gefährden, sehr kurze Zahlungsziele den Vertrieb belasten und lange Lieferantenziele Beziehungen oder Konditionen verschlechtern. Ziel ist eine wirtschaftlich ausgewogene Kapitalbindung, nicht deren pauschale Minimierung.
Eine Working-Capital-Finanzierung deckt den Kapitalbedarf des laufenden Geschäfts, beispielsweise für Forderungen, Vorräte oder saisonale Spitzen. Mögliche Instrumente sind Betriebsmittellinien, assetbasierte Finanzierungen und weitere bedarfsgerechte Lösungen.
Zunächst sollte geprüft werden, welche Kapitalbindung operativ beeinflussbar ist. Der danach verbleibende strukturelle, saisonale oder wachstumsbedingte Bedarf kann mit geeigneten Finanzierungslösungen gedeckt werden. Häufig sind Optimierung und Finanzierung miteinander zu verbinden.
Factoring kann die in geeigneten Forderungen gebundene Liquidität früher verfügbar machen. Es ist damit ein möglicher Hebel auf der Forderungsseite. Ein ganzheitliches Working-Capital-Management berücksichtigt zusätzlich Vorräte, Lieferantenverbindlichkeiten und den gesamten Finanzierungsmix.